Die Hände meiner Mutter

Gealterte, knochige Hände in schwarz-weiss. Sie liegen auf einer teilweise bestickten Decke, vermutlich auf der Brust der Person

Diese Hände haben auf der Flucht aus Ostpreußen über das Haff mit vier Jahren den neun Monate alten Bruder in den Armen verhungernd gehalten und ihn anschliessend im Sand begraben.

Von der Mutter bis zu ihrem achten Lebensjahr getrennt, die in sibirischer Gefangenschaft im Steinkohlebergwerk zwangsarbeiten und schlafen musste.

"Nachts warteten schon die Ratten in meinem Nachtlager", sagte sie.

Krieg wirkt über Jahrzehnte hinweg. Wirft seine Schatten auf auf die nachfolgenden Generationen.

Ich als Tochter und Enkelin lebe mit dieser Trauer. Weine die Tränen meiner Mutter, die so tapfer ihr Leben gelebt hat.

Immer.

Verstehe nicht, warum dieses Unheil immer wieder aufs Neue über die Menschen gebracht wird.

Zurück
Zurück

Ein Abend im Oktober 2021

Weiter
Weiter

Die Geschichte zum Bild