Ein Abend im Oktober 2021
Ich sass damals Ende 2021 im Auto und war auf dem Sprung hinein in den Drogeriemarkt um meinem Schwiegervater Schmerzsalbe zu besorgen als ein Anruf einer Bekannten meiner Mutter mich erreichte. Über 10 Ecken verstand ich nur eins: Meine Mutter hatte allen Lebensmut verloren und massiv an Körpergewicht verloren. Es hiess, sie wolle sterben.
Sie lebte da noch in Freiburg, 350 km von Frankfurt entfernt, in einer betreuten Wohneinrichtung für Senioren. Wir hatten nicht allzu viel Kontakt. Ich hatte mein Leben, sie ihres und ich war es gewohnt, dass sie ganz gut klarkam.
Mir wurde im Verlauf dieses mehr oder minder traumatischen Gespräches klar, dass ihr bester Freund Hubert überraschend gestorben war. Er war nur zur Reha wegen einer Knie OP und überraschend einfach umgefallen und gestorben. Es wurde ihr am Telefon ohne jegliche behutsame Anteilnahme mitgeteilt. So, als ginge es um nichts besonders Tragisches.
Ich besorgte ihr dann gleich Spezialnahrung und bestellte per Telefon Spaghetti beim Italiener, damit sie wenigstens etwas in den Magen bekam. Am nächsten Tag war ich bei ihr und brachte sie direkt zu ihrer Ärztin, und von dort aus ins Krankenhaus, wo sie 7 Wochen bleiben musste.

